Die besten Kollegen der Welt

2018-01-16

Wer eine schwere Krankheit überstanden hat, versteht den wahren Sinn des Satzes „Nutze den Tag“. Die 15-jährige Melisa Esen kämpfte fast anderthalb Jahre gegen Blutkrebs. Die Unterstützung ihrer Freunde und der Zusammenhalt der Familie haben ihr viel Kraft gegeben. Heute kann sie wieder ihrer Leidenschaft nachgehen und beim MSV Duisburg Fußball spielen.

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© Martin Meier

Im Fußballcamp zusammengebrochen
Melisa Esen spielt für ihr Leben gern Fußball. Beim MSV Duisburg liefert sie als Angreiferin des U16-Teams regelmäßig Höchstleistungen ab. Selbstverständlich ist das für die 15-Jährige nicht, denn sie hat eine schwere Zeit hinter sich. Im August 2015 war sie plötzlich in einem Fußballcamp zusammengebrochen. Ihre Mutter Monika Esen brachte sie ins Krankenhaus, wo bei Melisa Blutkrebs festgestellt wurde. Drei Monate Chemotherapie folgten, auf die die junge Patientin zunächst allergisch reagierte, sodass sie zeitweise sogar auf die Intensivstation musste. Monika Esen wich ihrer Tochter keine Sekunde von der Seite – eine Zeit voller Ungewissheit und Sorge, die an der ganzen Familie zehrte.

Eine Welle der Solidarität
Als die Kollegen von Adinen Esen, Melisas Vater, von der Erkrankung seiner Tochter erfuhren, reagierten sie mit einer Welle der Solidarität. Damit er im Krankenhaus Zeit mit seiner Familie verbringen konnte, spendeten sie für den Zugbegleiter ihre Mehrstunden – 1.700 Arbeitsstunden kamen auf diese Weise zusammen. Die Stiftungen BSW und EWH griffen der Familie finanziell unter die Arme, damit sich die Esens ganz auf Melisas Genesung konzentrieren konnten. Solidarisch zeigten sich auch der Fußballverein, ihre Schulklasse und viele Freunde, die Melisa unterstützten, wo immer es ging. Weihnachten 2015 konnten die Esens wieder gemeinsam zu Hause verbringen, wo die Realschülerin nach der anstrengenden Behandlung neue Kräfte für die anschließende Dauertherapie sammelte, bei der sie ein Jahr lang mehrmals im Monat Spritzen bekam. Heute kämpft die Schülerin nicht mehr um ihr Leben, sondern steht wieder auf dem Platz und kämpft um den Ball – mit großem Erfolg.