„Das hat mir richtig gut getan.“

2017-03-14

Die Geschichte der Familie Trapp

Felix leidet an Duchenne-Muskeldystrophie (Muskelschwund), einer Erbkrankheit, die im Kleinkindalter beginnt und nur Jungen betrifft. Felix ist jetzt zehn Jahre alt und ein aufgeweckter Junge, der mit seiner Krankheit gut zurechtkommt. Doch die Belastung ist hoch – besonders für die Mutter, die auch für Felix‘ jüngere Zwillingsschwestern da sein muss.

Auszeit für pflegende Angehörige
Kathleen Trapp arbeitet in Teilzeit bei der DB Regio in Fulda, ihr Mann Jürgen Trapp war lange Triebfahrzeugführer und ist mittlerweile pensioniert. Als dieser im BSWmagazin einen Artikel über die „Auszeit“ las, machte er seine Frau darauf aufmerksam.
„Mein Mann sagte gleich, ich solle das machen“, erzählt sie. „Wir sind froh darüber, dass es mit Felix so gut klappt: In der Schule macht er sich toll, und seine Schulbegleitung, die sogenannte Teilhabeassistenz, ist prima. Felix fährt dann nach der Schule alleine in seinem elektrischen Rollstuhl nach Hause. Aber es ist nicht leicht, die Bedürfnisse dreier Kinder unter einen Hut zu bringen.“

Zeit zum Durchatmen
Ganz zu schweigen von den Bedürfnissen der dreifachen Mutter: „Mir ist die Familie sehr wichtig und ich würde alles für sie tun. Aber ich komme manchmal an meine Grenzen.“
Eine echte Erleichterung im Alltag der Trapps ist der von den Stiftungen mitfinanzierte Fahrstuhlanbau, der seit knapp drei Jahren zumindest das Problem der sonst unüberwindbaren Treppen löst. Die seelische Belastung jedoch bleibt.
Um einerseits den pflegenden Angehörigen eine Auszeit zu ermöglichen, in der sie sich mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen austauschen können, und ihnen andererseits auch Rüstzeug zur Stärkung der eigenen Pflegekompetenz mitzugeben, hat das BSW eine einwöchige Auszeit für pflegende Angehörige in Bad Tölz zum Sonderpreis ins Leistungsportfolio aufgenommen. Das BSW-Ferienhotel Isarwinkel bietet eine hauseigene Sauna und eine Kooperation mit einem nahe gelegenen Sportstudio, beides kostenfrei während der „Auszeit“ nutzbar.

„Man wächst zusammen.“

Kathleen Trapp

Kathleen Trapp verbrachte mit sieben anderen pflegenden Angehörigen ihre „Auszeit“.
„Wir hatten in den acht Tagen richtig viel Programm – von Entspannungsübungen und Wanderungen über Workshops zum Stressmanagement und Seminare zur Selbstsorge für Pflegende bis hin zu Gesprächsrunden mit einer Therapeutin“, erzählt sie. „Das hat mir viel gebracht, und ich konnte trotzdem auch mal abschalten.“
Die Gruppe war im Alter zwischen Mitte 30 und knapp 80 Jahren und so unterschiedlich waren auch die persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen.
„Es hat mir gut getan, mich mit den anderen auszutauschen, weil einem klar wird, dass man nicht alleine ist. Das ändert natürlich erst mal nichts an der eigenen Situation, aber es zeigt eben auch, dass man es schaffen kann. Manchmal hatte ich da allerdings schon mal das Taschentuch in der Hand“, erinnert sie sich.
„Wir sind richtig zusammengewachsen, saßen von Anfang an auch beim Essen immer an einem Tisch. Der Abschied tat mir dann auch fast ein bisschen weh, und mit einigen habe ich immer noch Kontakt“, resümiert Kathleen Trapp.

Auszeit für pflegende Angehörige ab 249 Euro
Termine 2017:
20. bis 27. Mai, 22. bis 29. Juli, 07. bis 14. Oktober, 18. bis 25. November