Delfintherapie ist für uns alle wichtig

2017-06-01

Die Geschichte der Familie Kutzke.

Ohne jede Scheu bewegte sich Stella im Wasser auf Delfindame Nubia zu und spielte mit ihr während ihrer Delfintherapie, die das heute zehnjährige Mädchen im vergangenen Jahr machen durfte – für die Eltern eine große Erleichterung. Denn Stella hatte einige Tage nach ihrer Geburt mehrere Hirnblutungen erlitten, hervorgerufen durch eine Sinusvenenthrombose. Die Folge: Stellas geistige und körperliche Entwicklung ist extrem verlangsamt.
„In Stellas Gehirn sind die Verbindungen zwischen eingehenden und ausgehenden Emotionen, Reizen und Informationen gestört, und deshalb müssen neue, langsamere Verbindungen aufgebaut werden“, erklärt Stellas Vater. „Man muss sich das so vorstellen, dass sie anstatt der Autobahn die Landstraße benutzt.“
Dazu kommt Epilepsie und außerdem ist Stella auf Fußorthesen und Korsett angewiesen.

„Es war eine schlimme Zeit damals“

Isabell Kutzke

Nach vierwöchiger Intensivstation musste Stella fast bis zu ihrem ersten Geburtstag im Krankenhaus sein. „Deshalb sind wir unglaublich froh darüber, dass es unserer Großen so gut geht“, ergänzt Jens Kutzke, der in Teilzeit als Controller bei der DB Intermodal Services in Mainz arbeitet.
Um für Stella bessere Voraussetzungen zu schaffen, wohnt die vierköpfige Familie – Stellas Schwester Flora ist zwei Jahre jünger – mittlerweile barrierefrei in Bad Kreuznach. Denn selbstständig zu laufen ist für die Zehnjährige ein großes Problem.

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Seit der Delfintherapie vor einem Jahr, die durch eine Spendenaktion finanziert werden konnte, haben sich Stellas motorische Fähigkeiten deutlich gebessert:
„Kurze Strecken klappen jetzt wirklich gut“, freut sich die Mutter. „Und sie ist viel ruhiger geworden“, ergänzt Jens Kutzke. „Wir merken, dass Stella offener reagiert, lebendiger ist, und das nicht nur bei uns in ihrem gewohnten Kreis.“
Um die soziale Interaktion des zehnjährigen Mädchens zu stärken und ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern, möchte Familie Kutzke eine weitere Delfintherapie machen.
„Wir glauben fest daran, dass dies Stella in ihrer Entwicklung weiter voranbringen wird. Sie schaut sich immer noch begeistert die Bilder vom letzten Jahr an, und wir haben alle so viel mitgenommen – auch durch die Gespräche mit den Therapeuten vor Ort, mit denen wir heute noch Kontakt haben. Auch für uns als Familie war die Zeit einfach super. Für Flora war es der erste Urlaub überhaupt, und wir konnten alle einmal zur Ruhe kommen, andere Sichtweisen kennenlernen. Umso toller, dass uns die Stiftungen jetzt beiseite stehen. Alleine könnten wir das niemals stemmen. Und es ist so schön, die Erfolge bei Stella zu sehen.“

Die Stiftung EWH fördert die anstehende zweite Delfintherapie. Diese Therapieform führt durch die Zusammenarbeit mit den als äußerst sozial geltenden, intelligenten Säugetieren nicht nur zu Erfolgen in der sozialen Interaktion und im motorischen Bereich, sondern umfasst auch Sprach- und Ergotherapien sowie Gruppen- und Einzelgespräche mit der gesamten Familie.