„Ich lerne gerne interessante Leute kennen“

2018-07-06

Guido Zurbel, Kundenbetreuer im Nahverkehr (KiN) bei DB Regio, im Gespräch mit der Stiftungsfamilie BSW & EWH.

„Da bleibt kaum Zeit für ein Schwätzchen.“
Manchmal sitzt man als Reisender im Zug und kann gar nicht schnell genug ankommen. Manchmal kommt man ins Plaudern mit anderen Fahrgästen, und die Reise könnte noch ein bisschen länger dauern. Und ganz selten hat man die Gelegenheit, mit Zugbegleitern bzw. Kundenbetreuern ins Gespräch zu kommen, denn diese haben viel zu tun – während man selbst in Ruhe am Laptop sitzt, eine Zeitung durchblättert
oder ein wenig die Augen ausruht. Und wenn es denn doch einmal gelingt, sind Unterbrechungen programmiert: „Ein typischer Arbeitstag sieht bei mir so aus“, erklärt Guido Zurbel, „dass ich zum Dienstbeginn in der Dienststelle kurze Infos einhole: Gibt es neue Weisungen oder sonstige Schichtinfos? Dann gehe ich zum Zug, melde mich beim Triebfahrzeugführer, betreue bzw. kontrolliere die Reisenden nach der Abfahrt bis zur Endstation und informiere sie zwischenzeitlich gegebenenfalls über Änderungen im Ablauf. Da bleibt kaum Zeit für ein Schwätzchen“, lacht er.

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Guido Zurbel

„Ich lerne gerne interessante Leute kennen.“
Dabei ist dem 48-Jährigen der Austausch sehr wichtig: „Das Kennenlernen von interessanten Fahrgästen und die Kommunikation mit ihnen macht meinen Job aus, finde ich. Es gibt nicht viele Berufe, in denen man mit den verschiedensten Menschen in Kontakt kommt und Einblicke in deren Leben erhält. Wenn man dazu noch neugierig ist, erfährt man doch so Einiges.“ Neben Neugier zeichnet Guido Zurbel auch ein gutes Stück Wissbegier aus. So hat er in den knapp 30 Jahren, die der gebürtige Wittenberger (Land Brandenburg) nun schon bei der Bahn ist, viel gemacht. „Ich war damals Facharbeiter für Postverkehr und kam durch einen Bekannten zur Reichsbahn. 1989 fing ich als Hemmschuhleger/Rangierer an, dann habe ich als Zugschaffner gearbeitet und etwas später dann als Zugführer. 2011 konnte ich ein Praktikum im Lager/Werkstatt Braunschweig in der Materialwirtschaft absolvieren“, erinnert sich der heutige Kundenbetreuer, der seit Einführung der KiN-Gruppen im Nahverkehr eingesetzt ist. „Ich mag das eigenständige Arbeiten, und das kann ich beruflich ganz gut ausleben.“

„Ich eröffne mir gerne neue Horizonte.“
Zwischenzeitlich hat sich Guido Zurbel stetig in den verschiedensten Bereichen weitergebildet: So ist er staatlich geprüfter Logistiker, hat die Berufs- und arbeitspädagogische Eignung, ist im Logistikmanagement geschult, kennt sich im Bestellanforderungsprogramm (BANF) der SAP Materialwirtschaft bestens aus und hat auch schon Arbeitsrechtseminare belegt. „Ich eröffne mir gerne neue Horizonte. Man weiß ja nie, wofür es noch gut sein könnte“, erzählt er, und man gewinnt den Eindruck, dass es das an Weiterbildung noch lange nicht gewesen ist. So umtriebig Guido Zurbel in punkto Wissen ist, so geerdet und heimatverbunden ist er örtlich. „Ich wohne eher ländlich bei Kreiensen und mag es dort sehr. Hier kann ich meine beiden Hobbys, Angeln und Motorrad fahren, gleichermaßen ausleben. Ansonsten bin ich auch nach wie vor gerne in meiner
ursprünglichen Heimat. Ich bin immer wieder beeindruckt von der Elblandschaft dort und von der Mecklenburgischen Seenplatte, wo ich meist Urlaub mache.“

„Sozial handeln und nicht nur schwätzen."
Im Zug von Bad Harzburg nach Kreiensen (übrigens ganz in der Nähe vom BSW-Wald- und Sporthotel Festenburg im heilklimatischen Kur- und Wintersportort Clausthal-Zellerfeld) passierte es dann, dass wir mit dem sympathischen 48-Jährigen ins Plaudern kamen – natürlich auch über die Stiftungsfamilie BSW & EWH. „Das erste Mal von der Stiftungsfamilie gehört habe ich Mitte der 1990er Jahre, als ich von Brandenburg nach Niedersachsen ging. Ich finde gut, dass man hier etwas Absicherung bekommt, wenn es mal nötig ist. Ich persönlich war noch nicht in der Situation, aber man steckt ja nie drin. Und außerdem geht es ja darum, dass wir uns gegenseitig helfen. BSW und EWH handeln sozial und schwätzen nicht nur. Schließlich sollte man auch mal geben und nicht nur nehmen“, sagt Guido Zurbel mit Nachdruck. „Außerdem glaube ich, dass man nur dann, wenn man nicht nur an sich selbst denkt, zufrieden sein kann. Und ich persönlich wünsche mir, dass ich nach einem langen glücklichen Leben mit einem Grinsen im Gesicht abtrete in dem Bewusstsein, alles richtig gemacht zu haben ... Dat wär‘ ‘ne feine Sache!“

„Eine heilende Pille.“
So verwundert es nicht, wenn man hört, was sich der Kundenbetreuer noch wünscht. „Na ja, wenn ich drei Wünsche frei hätte, dann wäre der erste Wohlstand und Frieden für alle Menschen; außerdem, dass Arbeitsbedingungen und -umfeld sowie die Gehälter bei der Bahn so gestaltet werden, dass jeder Mitarbeiter aus tiefster Überzeugung sagt: ‚DB AG – bestes und beliebtestes Unternehmen aller Zeiten!‘, lacht Guido Zurbel. „Und dann möchte ich noch eine günstig herzustellende Pille erfinden, die rundum glücklich macht und alle Krankheiten ohne Nebenwirkungen heilt.“