Nur echt mit 52 Zähnen?

2017-11-17

Nostalgie pur oder eine Wissenschaft für sich?
Briefmarken zu sammeln scheint in Zeiten der schnellen, digitalen Kommunikation per E-Mail, WhatsApp und Twitter aus der Mode gekommen zu sein. Dabei ist dieses Hobby alles andere als verstaubt. Ganz im Gegenteil: Briefmarken erzählen Geschichten, sie sind Zeitzeugen wichtiger Ereignisse – und nicht selten kleine Kunstwerke.

Ein wenig Geschichte
Als die Post noch mit Kutschen befördert wurde, zahlte der Empfänger die Gebühr. Erst mit dem fortschreitenden Ausbau
der Eisenbahn im 19. Jahrhundert und der damit einhergehenden schnelleren und massenweisen Postabfertigung wurde es üblich, dass die Gebühr vom Absender entrichtet wurde. Um 1850 war das die Geburtsstunde der Briefmarke. Die ersten Marken kamen in England in Umlauf, wenig später druckten dann auch die deutschen Kleinstaaten wie Preußen und Sachsen eigene Marken, aber auch Helgoland und Hamburg. Schließlich wurden auch in entlegenen Kolonien Briefmarken hergestellt, zum Beispiel auf der Insel Mauritius – die „Blaue Mauritius“ gehört zu den berühmtesten; ein Exemplar ist sogar im Berliner Museum für Kommunikation ausgestellt.

Kreatives Sammeln
Wer eine Sammlung anlegen will, braucht zwei Dinge: ein Thema und zumindest solides Basiswissen. Sollen postfrische oder gestempelte Marken ins Album kommen? Soll es eine aufwendige (und teure) Ländersammlung sein oder eine thematische, etwa zur Inflation 1923, zur Wiedervereinigung oder zur Einführung des Euro? Auch Motive können im Zentrum einer Sammlung stehen: Blumen, Tiere, Bauten oder Persönlichkeiten. Jeder Sammler kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Das Thema Eisenbahn steht bei BSW-Sammlergemeinschaften hoch im Kurs, doch natürlich sind auch andere Ausrichtungen willkommen. Wer sich für ein
Thema entschieden hat, kann sich im Austausch mit anderen Sammlern in den BSW-Gruppen wertvolle Tipps holen. Dort sind die wichtigsten Kataloge, aktuelle Neuheiten und beste Kontakte zum Bund Deutscher Philatelisten (BDPh) vorhanden. So wird das Sammeln, Tauschen und Zusammenstellen der Alben – bis hin zur Wettbewerbssammlung nach den Regeln des BDPh – zum gemeinschaftlichen Vergnügen.

In jeder Region vertreten
700 begeisterte Philatelisten sind derzeit in zwölf BSW-Gruppen deutschlandweit organisiert – auch in Ihrer Nähe. Zu finden sind sie im Gruppenverzeichnis auf www.bsw24.de unter der Rubrik „Kultur und Freizeit“. Zusätzlich treffen sich kleinere Untergruppen in vielen Großstädten bzw. angegliedert an BSW-Ortsstellen. Fragen können Sie an Hans-Georg Schlicht richten (E-Mail: hansgschlicht@aol.com). Einige Briefmarkensammler-Gemeinschaften (BSG) im BSW sind auch für Münzsammler offen.

Aktuell ist die BSG Berlin auf der Suche nach Numismatikern, wie sie im Fachjargon genannt werden. Interessierte können sich gerne an den Gruppenleiter Jörg-Dieter Schwankert wenden (Telefon: 0173 1052661, E-Mail: jdschwankert@gmx.de).

Die Briefmarkensammler-Gemeinschaft Rhein-Ruhr-Lippe ist ebenfalls auf der Suche nach Eisenbahnern, die bereits Briefmarken sammeln oder gerne sammeln möchten. Ansprechpartner ist der Sammlerkollege Karl Hundstein. Tel.: 02241/313804 oder per E-Mail karlhundstein@ish.de.